Meine MS - Multiple Sklerose


MS ist, wenn man viele Ideen im Kopf hat und nichts mehr ausführen kann, eine bleierne Müdigkeit von einer Sekunde auf die andere fühlt.

 

Lesen möchte und alles doppelt sieht.

 

Nicht weiß, ob man sich am nächsten Tag noch bewegen kann, herumtorkelt, als wäre man volltrunken, obwohl man vollkommen nüchtern ist.

 

Gehen will, aber ein Gefühl hat, als ob jemand einen Fuß festgenagelt hätte, ein Gefühl in den Händen hat, als ob man alles mit Fäustlingen greift.

 

Erst spürt, dass etwas zu heiß ist, wenn man schon eine Brandblase hat.

 

Manchmal so zittert, dass man nicht aus einem Glas trinken kann, sich auf die kleinsten Handgriffe konzentrieren muss, damit sie halbwegs gelingen.

 

Durch die Spastik und Gehschwäche arge Gelenkschmerzen hat, obwohl behauptet wird, dass die Krankheit keine Schmerzen verursachen würde.

 

Manchmal beim Sprechen einen dicken Wattebausch im Mund hat.

 

Überall zuerst schaut, wo die Toilette ist und es trotzdem sehr oft nicht rechtzeitig schafft.

 

Glaubt, dass man für seinen Partner nicht mehr reizvoll ist, sondern eine große Belastung.

 

Bei nichtigen Anlässen sofort weinen muss, von Bekannten, Freunden missverstanden wird...

 

Damit sind einige Behinderungen durch die MS gemeint, welche für die Umwelt nicht erkennbar, oder nicht sichtbar sind.

 

Viele der Erkrankten spüren diese Symptome oft jeden Tag, leiden aber oft besonders unter dem fehlenden Verständnis der Umwelt.

 

Wer diese Krankheit nicht kennt weis nicht wie man damit umgehen muss, oft fehlt sogar dem Partner dieses Verständnis und man nimmt es als „Laune“ hin. Was ein MS Kranker braucht sind keine Vorwürfe sondern Verständnis.

 

Es ist nicht einfach, das richtige Mittelmaß zwischen Unterforderung (sich gehen lassen) und Überforderung (überhöhte Ansprüche an sich selbst) zu finden.

 

Wer sich immer wieder müde und schwach fühlt, wird leicht und gerne als "faul" bezeichnet.

 

Wer nicht mehr arbeiten kann, obwohl er noch aufrecht geht, wird nur mit Kopfschütteln betrachtet und unter Umständen sogar als "Sozial - Schmarotzer" bezeichnet.

 

Der Verlust der Autonomie bzw. des selbstständigen Lebens beherrscht oft die Gedanken und Gefühle MS-Kranker.

 

Gerade die geringere Leistungsfähigkeit beeinträchtigt das Selbstwertgefühl.

Diese Krankheit ist nicht ansteckend aber auch nicht heilbar.

Aufklärungsarbeit leisten ist für Betroffene selbst oft sehr schwer.

Die Krankheit der tausend Gesichter lässt sich auch nur schwer erklären.

 

 (von Helmut Lukaseder)

 


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