Meine MS - Multiple Sklerose


Trigeminusneuralgie

Beschreibung

Die Trigeminusneuralgie führt zu plötzlichen, heftigsten Gesichtsschmerzen und ist eine schmerzhafte Erkrankung des gleichnamigen Nerven. Der Trigeminusnerv übermittelt normalerweise Empfindungen im Bereich des Gesichts direkt an das Gehirn und wird daher auch zu den zwölf Hirnnerven gezählt. Neuralgie bedeutet im Fall dieses Hirnnerven, dass blitzartig heftigste, meist einseitige Nervenschmerzen im Bereich der Kaumuskulatur, der Lippen, Zunge oder Wangen auftreten.

Bei der Trigeminusneuralgie handelt es sich um eine seltene Erkrankung, an der etwa vier von 100 000 Personen jedes Jahr neu erkranken. Die Erstmanifestation tritt meist nach dem 40. Lebensjahr auf. Frauen sind wegen ihrer höheren Lebenserwartung etwas häufiger betroffen. Eine Trigeminusneuralgie kommt häufig bei Menschen mit Multipler Sklerose vor: Sie machen zweieinhalb Prozent der Menschen mit Trigeminusneuralgie aus. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit wächst mit zunehmendem Alter.

Von einer symptomatischen Trigeminusneuralgie spricht der Arzt, wenn der Erkrankung eine greifbare Ursache zu Grunde liegt, zum Beispiel eine Multiple Sklerose, Akustikusneurinome, Schlaganfälle oder Gefäßmissbildungen im Bereich des Hirnstamms. An einer symptomatischen Trigeminusneuralgie Erkrankte sind im Durchschnitt jünger als bei der klassischen Form. Zusätzlich haben sie häufiger auch beidseitige Gesichtsschmerzen.

Trigeminusneuralgie - Ursachen

Man vermutet, dass eine Trigeminusneuralgie entsteht, wenn der Nerv in gequetscht oder gereizt wird, so dass die Nervenscheide beschädigt wird. Das kann beispielsweise an seinem Austrittsgebiet aus dem Hirnstamm oder in seinem Verlauf durch ein benachbartes Blutgefäß geschehen. Es kommt zu fehlerhaften Signalübertragungen des Nervs, die die Schmerzen verursachen

Am häufigsten lässt sich eine Ursache für die Trigeminusneuralgie bei Patienten finden, die jünger sind als 40 Jahre. Diese symptomatische Form kann in folgenden Erkrankungen ihre Ursache haben:

Meist tritt die Erkrankung jedoch ohne Grunderkrankung auf (klassische Form), sodass man lediglich Vermutungen anstellen kann, wie der Nerv gereizt wird:

  • Am häufigsten findet sich (bei Operationen) ein direkter Kontakt des Trigeminusnerven mit einer der Arterien, die das Kleinhirn mit Blut versorgen.
  • Reizung des Nervs durch mikroskopisch kleine Blutgefäße, die ihn berühren.

Trigeminusneuralgie - Symptome

Die Trigeminusneuralgie ist vor allem durch plötzlich einsetzende, extrem starke ("vernichtende", sehr kurz dauernde (Sekundenbruchteile bis zwei Minuten) Schmerzattacken gekennzeichnet. Sie können sich häufig und rasch wiederholen, sind aber von schmerzfreien Intervallen unterbrochen. Oft werden diese Schmerzen als "blitzartig aus heiterem Himmel einschießend, stromstoßartig" beschrieben.

Diese Trigeminusneuralgie Attacken treten typischerweise nach Berührung der Wange, der Stirn, häufig beim Sprechen, Zähneputzen oder beim Kauen und Schlucken auf. Aber auch ohne auslösenden Reiz können sie mitunter auftreten. Gelegentlich kann es zu einem reflektorischen Zucken der Gesichtsmuskulatur kommen ("tic doloreux". Die Schmerzen bei der Trigeminusneuralgie zählen zu den stärksten Schmerzen überhaupt. Aus Angst vor einer Schmerzattacke vermeiden manche Patienten sogar die Nahrungsaufnahme, sodass es zu starkem Gewichtsverlust und Flüssigkeitsmangel kommen kann.

Zu Beginn einer Trigeminusneuralgie sind die Erkrankten zwischen den Attacken komplett beschwerdefrei, erst nach Jahren kann auch ein dumpfer Dauerschmerz hinzutreten. Dies gilt allerdings nur für die klassische Form. Sind von Anfang an zwischen den Gesichtsschmerzanfällen auch Dauerschmerzen mit dabei, besteht ein hochgradiger Verdacht auf eine symptomatische Trigeminusneuralgie.

(Quelle: netdoktor.de)


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